Umweltbüro Lichtenberg

Papa, was macht eigentlich der Specht im Winter?

 

Ich bin Specht Ruprecht, ein männlicher Buntspecht. Heute möchte ich euch erzählen, wie ich die Winter verbringe. Ich schlafe nachts in meiner Spechthöhle, die ich meist jedes Jahr neu baue. Ich nutze dafür jede Art von Bäumen, am liebsten aber abgestorbene Vertreter, sogenanntes Totholz oder Bäume, die von Baumpilz befallen sind. Nicht nur deshalb sind solche Bäume wichtig für einen naturnahen und artenreichen Wald! Wenn alte, dicke Bäume vorhanden sind, baue ich meine Höhle auch im Stadtpark. Im Winter bin ich ein ziemlicher Langschläfer. Meine innere Uhr ist auf den Sonnenstand abgestimmt und lässt mich im Winter manchmal erst um 8.00 Uhr aus meiner Höhle kommen.

 

 

Wenn ich dann endlich wach bin, versuche ich Nahrung zu finden. Im Sommer ernähre ich mich hauptsächlich von Käfern und anderen Insekten, die unter oder auf der Borke von Bäumen leben. Dafür habe ich eine 40 mm lange, klebrige Zunge, mit der ich die Insekten unter der Rinde hervorholen kann. Auch sonst bin ich perfekt an ein Leben am Baumstamm angepasst: Ich habe, im Gegensatz zu anderen Vögeln, zwei Vorder- und zwei Hinterzehen, die ich sehr gut zum Klettern nutzen kann. Eine Zehe kann ich sogar wenden, je nachdem ob ich nach oben oder nach unten klettere. Im Winter fange ich auch an zu trommeln. Ich bin nämlich nicht zum Sänger geboren und kann mithilfe des Trommelns mein Revier markieren oder auch ein Weibchen auf mich aufmerksam machen.

 

 

Im Winter ist es meistens schwierig, an Insekten unter der Baumrinde zu kommen, da sich diese aufgrund der Kälte nicht direkt unter der Rinde aufhalten. Deshalb ernähre ich mich im Winter vermehrt von Fichtenzapfen und Nüssen. Um die harte Schale zu knacken oder an die Samen der Zapfen zu kommen, habe ich mir etwas ganz Besonderes ausgedacht: Ich baue mir eine „Spechtschmiede“. Wisst ihr was das ist? Ich nutze dabei eine vorhandene Astgabel oder eine Kerbe, um darin eine Nuss oder einen Zapfen einzuklemmen. Dann kann ich sie mit meinem robusten Schnabel bearbeiten. Wenn ich keine geeignete Astgabel finde, dann zimmere ich mir meine Schmiede auch gern selbst und benutze sie dann immer wieder. So kommt es manchmal vor, dass unter dem Baum viele hundert Zapfen liegen, die ich alle in meiner Schmiede bearbeitet habe. Meinen Schwanz benutze ich übrigens gern als Stütze, dafür sind meine Schwanzfedern extra verstärkt.

 

 

Konnte ich allerdings wenig Nahrung finden, weil der ganze Boden mit frischem Schnee bedeckt ist, dann habe ich auch kein Problem damit, mich an einem Futterplatz für andere Vögel zu bedienen. Besonders die Meisenknödel schmecken mir gut und ich freue mich auch immer über die Kinder, die mich am Futterhäuschen beobachten.

 

 

 

Abends begebe ich mich früh wieder in meine Höhle zum Schlafen. Wenn ich draußen Geräusche höre, dann sieht man mich aber auch ab und zu nachts noch am Eingangsloch meiner Höhle. Ab Ende März fange ich an, ein geeignetes Brutgebiet zu suchen und eine neue Höhle zu bauen. Die ist dann nach zwei bis drei Wochen fertig und ab Mitte April werden dann die Eier gelegt. Meine alte Höhle wird von neuen Mietern bezogen, zum Beispiel Kohl- oder Tannenmeise oder Sperlingskauz. Auch staatenbildende Insekten, Eichhörnchen und Siebenschläfer nutzen gern meine Höhlen. Ich freue mich, dass ich durch das Höhlenbauen eine so wichtige Aufgabe im Ökosystem Wald übernehmen kann. Solang es genug alte und morsche Bäume gibt, werde ich weiter meine Höhlen zimmern und sie anderen Tieren zur Verfügung stellen.

 

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