Umweltbüro Lichtenberg

Kunstgenuss trifft Kulinarik

Was ist zu sehen? Zum Teil wird auf sehr verstörende Art und Weise der Frage nachgegangen, „wie werden wir zukünftig essen, von was werden wir uns zukünftig ernähren in unserer durch schwindende Ressourcen geprägten Wachstumsgesellschaft?“

Unbestrittene These dabei ist, „dass die globalisierte Nahrungsproduktion entscheidenden Anteil am Klimawandel hat“ und „jeder mit seinem Essverhalten den Globus mitgestaltet“.

Motto: „Essen ist längst keine Privatsache mehr, sondern ein hochgradig politischer Akt.“

Warum nun das Ganze im Kunstgewerbemuseum? Das Zauberwort heißt Design: Das, was über Jahre Kunstgewerbe, also kunsthandwerklich vorzügliche Gestaltung von Alltagsgegenständen war, ist doch schon seit langem Design. Die Idee war nun, internationale Designer und Designerinnen einzuladen, ihre Entwürfe, Ideen und Visionen zur Gestaltung der Transformation unseres Ernährungssystems zu präsentieren.

Entstanden ist ein „künstlerisch-wissenschaftlich-spekulatives Laboratorium für neue Denk- und Praxismodelle zur Zukunft des Essens und Wohnens“.

Und das reicht vom Umstellen der menschlichen Ernährung auf Photosynthese (muss man sehen) bis zur Stapelfarm für die heimische Küche zur Mehlwurmzucht, der Gestaltung von aus Algen gewonnenem Fleisch (keine Ahnung wie) bzw. Dingen, die wie Fleisch aussehen. Hochhausgewächshäuser, Insekten-Rezepte und vieles mehr. Dazu Fotos und Filme über Essen, vom Essen, von Menschen die Essen.

Mein Favorit ist „Second Lifestock“ (für Video klicken)! Die Idee ist, dass Hühner eine Virtual Reality-Brille bekommen, die ihnen Wiesen und Felder vorgaukelt, dann ist auch Massentierhaltung möglich. Da fällt man vom Glauben ab und bemerkt zum Glück – das ist ein Fake, der den Unfug von „alles ist möglich“ auf bizarre Weise vorführt. Dass der Gedanke, es könnte dann doch jemand ernst nehmen und Profit wittern, nicht völlig fremd ist, gehört dazu. Alles ist möglich.

Also: Ich hoffe, ich habe Lust auf die Ausstellung gemacht.

Zum Schluss persönlich und am Rande: Vor allem bin ich ja hin, weil es auf dem Kulturforum einen so called FOOD MARKET gab, ich also einen Lebensmittelmarkt erwartete – mit gutem Essen; somit: Stoff-Beutel mitgenommen.

Es war aber das in Berlin nun inzwischen übliche „biologisch-ökologisch-vegetarisch-vegane „Street Food“ (das english ist mein geringstes Problem) – es gab also Fast Food für Besserverdienende: Craft Beer, Tapioca, Maultaschen, Kaasspatzen, Hipster-Brause, fairen Kaffee und Tee.

Na ja. Ich sage mal so: Kann man machen, aber dass das Imbissessen besser wird, wenn es im Hanfleinenhemd verkauft wird, kann ich nicht sagen. Auch hier kommt Kunst vom Können, allein die richtigen Zutaten machen noch kein gutes Essen, Eine/n der kochen kann, braucht´s dazu. Nur nachhaltig dranschreiben und dann anbrennen lassen, ist nicht hilfreich, Pappdeckel und Holzgabeln sind eben doch keine Esskultur. Ob es das alles braucht? Ich weiß nicht. Richtige Restaurants sind mir lieber.

 

 

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