Umweltbüro Lichtenberg

Solawi – Solawas? Solidarische Landwirtschaft im Selbstversuch Teil 2

Freitag, der 08.04.2016    

Ich fahre nach dem Feierabend Richtung Schöneweide. Eine S-Bahn fällt aus, sodass ich gezwungen bin, mit der Straßenbahn zu fahren. Die Strecke zieht sich. Dann endlich an der Hochschule für Technik angekommen, läuft vor Ort alles reibungslos. Da ich auf der Liste stehe, bekomme ich den Schlüssel zum Gremienraum. Da stehen dann die Gemüsekisten. Viele große und eine kleine. Da ich die Einzige mit einem kleinen Anteil bin, gehe ich davon aus, dass für mich die kleine Kiste ist. Allerdings habe ich keine Rote Bete in meiner Tüte. Auch gut. Dafür gibt es Salat, Kartoffeln, eine selbst gemachte Chilisoße und ein Bund Petersilie. Auf dem Rückweg gerate ich mit der Straßenbahn in eine Vollsperrung. Völlig gehetzt, muss ich zum S-Bahnhof Karlshorst joggen, damit ich meinen Anschluss noch bekomme. Ich bin genervt, natürlich kann da niemand etwas dafür. Am übernächsten Samstag steht der erste Arbeitseinsatz auf dem Acker an. Vier Stunden lang werde ich mein eigenes Obst und Gemüse aussäen. Ich freue mich auf die Arbeit und die anderen Leute. Bitte kein Regen!


Samstag, der 16.04.2016

Samstagmorgen in Berlin. Die letzten Feierwütigen fahren nach Hause als ich zum Berliner Stadtrand aufbreche. Ich fühle mich ein wenig an Malchow erinnert, als ich mit dem Bus an Kirchen und Dorfplätzen vorbei fahre. Und das ist noch Berlin? Eine kleine Gruppe Helfer hat sich schon versammelt, als der Landwirt Christian auftaucht. Kurz erzählt er uns von den ganzen Projekten, die er macht oder gerade plant. Ein Bioland-Acker, die solidarische Landwirtschaft, eine Ölmühle, ein Regional-Laden und dann noch diverse andere Flächen, auf denen man Folientunnel aufstellen darf. Die Solawi-Flächen befinden sich im Naturschutzgebiet, da ist sowas nicht erlaubt. Ich bin baff und frage mich, ob der Mann überhaupt schläft. Seine kleinen Söhne helfen tatkräftig mit und haben dadurch wenigstens etwas von ihrem Papa. Zur Wahl stehen heute Unkraut jäten und die Restauration eines Bienenwagens. Am liebsten hätte ich ja geerntet, aber wenn ich mir die Flächen so anschaue, muss man darauf noch eine ganze Weile warten. Das einzige was zu erkennen ist, ist Schnittlauch, der wächst und gedeiht. Der wird dann auch beim nächsten Mal in der Kiste sein, berichtet Christian.

Ich entscheide mich für den Bienenwagen, ein Bauwagen-großer Anhänger, der ein wahres Schnäppchen war, nur ein bisschen herunter gekommen ist. Wir sollen die Farbreste entfernen und ihn dann neu streichen. Mit sieben Leuten stehen wir vier Stunden am Bienenwagen und schleifen, was das Zeug hält. Am Ende kann immerhin die Vorderseite gestrichen werden und alle finden, dass die neue Farbe schon richtig viel ausmacht. Es ist schon toll, so ein Projekt innerhalb weniger Stunden abschließen zu können. Der Bienenwagen wird sicher noch genug andere Freiwillige mit Arbeit versorgen, aber einen neuen Anstrich hat er immerhin schon mal! Ich fahre müde wieder nach Hause und freue mich auf die Badewanne, in der ich die grünen Farbreste abwaschen kann, die überall an mir kleben. Das war zwar jetzt keine wirkliche Feldarbeit, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Bald ist wieder Freitag und mein zweiter Ausflug nach Schöneweide steht an. Ich bin gespannt, ob diesmal alles glatt geht.       

Fortsetzung folgt

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