Umweltbüro Lichtenberg

Kiste auf drei Rädern

1. Sind die beiden Lastenräder „Paul“ und „Paula“ Eigentum des Vereins für ambulante Versorgung e. V. oder gehören sie Privatpersonen?
Die Lastenräder gehören dem Bezirk Lichtenberg. Sie sind im Jahr 2010 mit Hilfe von Quartiersmitteln angeschafft worden, die zur Stärkung des sozialen Gefüges im Stadtteil und somit auch für Bürgerarbeit zur Verfügung standen. Das Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel des Vereins für ambulante Versorgung e. V. ist das „Zuhause“ der Lastenräder.

2. Wie entstand die Idee, für den Bezirk Lichtenberg zwei Lastenräder anzuschaffen?
Meine ersten Bürgersprechstunden fanden in meinem Büro statt. Von einigen zufälligen Besuchern abgesehen, wurde diese Möglichkeit ins Gespräch zu kommen kaum genutzt. Da die Bürger nicht zu mir kamen, wollte ich raus gehen zu den Bürgern, an einen gut besuchten Ort in Hohenschönhausen. Erste Absprachen mit der Managerin des Linden-Centers ergaben, dass eine Sprechstunde im Center möglich ist, zu bestimmten Zeiten aber kein Stand zur Verfügung gestellt werden kann. Ein mobiler Stand musste her!

Gemeinsame Gespräche mit Mitarbeitern der Firma Pedalpower folgten, so entstand die Idee zum Bau eines Lastenrades. Die Räder werden hier nach individuellen Wünschen angefertigt. So haben „Paul“ und „Paula“ zwischen den beiden Vorderreifen eine Kiste, die sich nach dem Aufklappen in einen Tisch verwandelt. Während der Fahrt bietet die Kiste jede Menge Stauraum.

3. Welchen Einsatzzweck haben die Lastenräder noch?
Neben meiner mobilen Bürgersprechstunde können die Räder natürlich auch für den Transport von verschiedensten Dingen genutzt werden. Ein Lastenrad bietet die Möglichkeit, schwere Gegenstände zu transportieren, auch wenn kein Auto zur Verfügung steht.

Unsere Lastenräder können für 7 Euro pro Tag oder 1,50 Euro pro Stunde ausgeliehen werden, von Privatpersonen ebenso wie von gemeinnützigen Vereinen oder Bürgerinitiativen (Kontakt: Beate Janke, Tel. 030-96277117, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ).

4. Ist eine Elektrounterstützung erforderlich?
„Paul“ und „Paula“ haben keine Elektrounterstützung. 2010, im Baujahr unserer Lastenräder, war Elektromobilität auch noch kein so großes und wichtiges Thema. Das Fahren mit einem Lastenrad ist auch nicht so schwer wie es manchmal aussieht. Auch ohne elektrische Unterstützung bieten die Räder ein gutes Fahrgefühl.

5. Gibt es gegenüber „normalen“ Fahrrädern Besonderheiten bei der Lenkung und dem Fahrgefühl?
Wie bei jedem anderen Fahrrad oder auch Auto ist ein bisschen Übung notwendig, um sich an die Lenkung zu gewöhnen. Da die Lastenkiste zwischen den beiden Vorderrädern sitzt und das Fahrrad drei Räder hat, ist die Lenkung leicht verzögert. Nach einigen Metern hat man den Dreh aber raus.

6. Gelten für die Nutzung von Lastenrädern besondere verkehrsrechtliche Regeln?
Nein.

7. Gibt es im öffentlichen Raum ausreichend Fahrradabstellmöglichkeiten, die auch für Lastenräder nutzbar sind?
Die Lastenräder haben, wie andere Räder auch, nur ein Hinterrad und lassen sich damit problemlos an normalen Fahrradabstellanlagen parken und anschließen. In Lichtenberg und Hohenschönhausen hatte ich noch keine Schwierigkeiten beim Abstellen des Lastenrades.

Sehr schmale Radwege können dagegen schon ein Problem werden. Der relativ große Wendekreis und das Gewicht des beladenen Rades lassen mitunter auch kleinere Bordsteinkanten zum Hindernis werden. Meist finden sich aber Möglichkeiten, diese zu umfahren.

8. Waren Sie am Bau der Lichtenberger Lastenräder beteiligt?
Nur konzeptionell. Ein Lastenrad kann sehr individuell gestaltet werden. Um es an die Bedürfnisse des Nutzers anzupassen, sind Vorgespräche zum Einsatzzweck notwendig. Die Ladekiste kann bspw. zwischen den Vorder- oder den Hinterreifen gebaut werden, es gibt zwei- oder dreirädrige Ausführungen, mit oder ohne elektrische Unterstützung.

Inzwischen werden auch Team-Workshops zum Selbstbau von Lastenrädern angeboten, als teamfördernde Maßnahme durchaus empfehlenswert. Qualifizierte Mitarbeiter zertifizieren dann das selbst gebaute Rad und machen eine unfallfreie Fahrt möglich.

9. In welchem Bereich liegt der Anschaffungspreis für ein Lastenrad?
Unsere beiden Lastenräder haben 2010 knapp 4.000 Euro gekostet. Je nach Ausstattung liegt der Preis meist um 2.000 Euro.

Vielen Dank für das Interview!

Doreen Hantuschke, Umweltbüro Lichtenberg

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