Umweltbüro Lichtenberg

Sanierung des Obersees

Die Planungsphase

Selten hat eine Baumaßnahme eine derartige Vorbereitungszeit erfordert. Bereits Anfang der 90er Jahre führte die zu diesem Zeitpunkt noch zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz die ersten Untersuchungen zur Mächtigkeit des Sedimentes durch. Als das Bezirksamt Lichtenberg die Aufgabe der Gewässerunterhaltung im Jahr 2001 übertragen bekam, lagen weitere hydrologische und limnologische Untersuchungsergebnisse aus dem Landschaftsplanverfahren XXII–L–5 Obersee & Orankesee vor. Aber es dauerte noch mehrere Jahre, bis die Sanierung des Obersees beginnen konnte.

Dabei gab es vor allem in den heißen und trockenen Sommern, wie z. B. 2003, zahlreiche Beschwerden der Anlieger. Bei extremer Witterung kam es zur Blaualgenentwicklung und zum Sterben von Wasservögeln und Fischen. Dass hier eine Sanierung erforderlich war, lag auf der Hand!

Das Umwelt- und Naturschutzamt Lichtenberg (bis 2011 Amt für Umwelt und Natur) sah die Zielstellung in einer komplexen Maßnahme, mit der alle offenen Aufgaben, sowohl des Ober- als auch des Orankesees erledigt werden sollten. Es stellte sich schnell heraus, dass das Finanzvolumen eines solchen Paketes die finanziellen Möglichkeiten des Bezirksamtes Lichtenberg überfordern würde und es kam daher zur Beantragung von Fördermitteln der Europäischen Union (UEP).

Die Entschlammung

Nach dem langen Planungsprozess konnten im Sommer 2012 die Wasserbauleistungen für den Obersee ausgeschrieben werden. Den Zuschlag erhielt die Firma VEBIRO GmbH aus Könnern, die Baumaßnahmen begannen im Oktober 2012. Die Bauüberwachung lag beim Büro TBWL GmbH aus Bad Freienwalde.

Von Dezember 2012 bis Januar 2013 ist der Obersee nun teilweise entschlammt worden. Der Schlamm wurde nur so weit entfernt, wie es für den Bau des Seewasserfilters bzw. für die Uferrenaturierung erforderlich ist. Im Fokus lagen dabei insbesondere die östliche Bucht, sowie fünf weitere Bereiche im südlichen Teil des Sees.

In der östlichen Bucht wird im Zusammenhang mit dem Bau des Seewasserfilters 2014 eine Pumpe zur Entnahme von Seewasser installiert, um das Oberseewasser zum Seewasserfilter zu pumpen. An den fünf weiteren Bereichen werden die naturfernen Spundwände teilweise rückgebaut und Flachwasserzonen geschaffen.

Vor Beginn der Entschlammung ist der Obersee vorgereinigt worden. Mithilfe eines Baggers, der auf einen Ponton gesetzt war, ist grobes Material und Baggergut entnommen und in einen der vierzehn Container vorgelagert worden.


Vorreinigung des Obersees
(Abb. 1: Vorreinigung des Obersees)

Sogar alte Rohre, Einkaufswagen, Fahrräder und andere Gegenstände wurden aufgefunden und aus dem See entfernt.

Nach der Vorreinigung folgte die Entschlammung des Sees. Der Schlamm ist im ersten Schritt mithilfe einer Schlammpumpe über verlegte Rohrleitungen zu einem Vorlagebehälter gepumpt worden.


Schlammbehälter
(Abb. 2: Schlammbehälter)


Diese Schlammpumpe war an einem freibeweglichen, auf dem Wasser schwimmenden Saugspülboot angebracht.

Der Schlamm aus dem Vorlagebehälter ist danach zu einer Siebbandpresse gepumpt worden, um den Schlamm maschinell entwässern zu können.


Siebbandpresse
(Abb. 3: die Siebbandpresse)


Damit konnte der Wassergehalt des Schlamms vor Ort reduziert werden und so die Transport- und Entsorgungskosten gemindert werden. Vor der Entsorgung ist der Schlamm beprobt worden. Ein Teil des Schlammes konnte als ungefährlicher Abfall sofort entsorgt werden. Der andere Teil musste aufgrund seiner hohen Belastung mit Schwermetallen (Zink, Blei) einer Deponie zugewiesen werden.

Das nach der Entwässerung anfallende Schlammwasser konnte aufgrund seines hohen Verschmutzungsgrades nicht zurück in den Obersee geleitet werden. Nach Passieren einer Vorreinigungsanlage wurde es, mit Zustimmung der Berliner Wasserbetriebe, in das Schmutzwassernetz geleitet.

Die Renaturierung des Ufers

Derzeit beginnt der Rückbau der Betoneinfassung, um an einigen Uferbereichen ein Flachufer herzustellen. Ein vollständiger Rückbau ist nicht vorgesehen, da sonst zahlreiche Bäume im Uferbereich gefällt werden müssten. Aufgrund der geringen Wassertiefe würde auch das  Röhricht schnell einen großen Teil der Seefläche erobern – dann kann aber der Seewasserfilter nicht mehr seine volle Leistungsfähigkeit entfalten. Des Weiteren werden  am Nordufer zwei Spundwände eingebracht, um den Uferweg an den engsten Stellen zu verbreitern. Eine neue Einrichtung des Uferweges ist allerdings nicht vorgesehen.  Die Kosten für die Entschlammung und die Uferrenaturierung am Obersee belaufen sich auf ca. 585.000 €. Dieser Bauabschnitt soll im Mai dieses Jahres abgeschlossen werden.

Alicja Berger

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