Umweltbüro Lichtenberg

Vom Pfandautomaten in den Kleiderschrank

PET ist die Abkürzung für Polyethylenterephthalat, umgangssprachlich auch Polyethylen genannt. PET ist ein Kunststoff, der aus Erdgas oder Erdöl hergestellt wird. Entdeckt wurde PET 1941, die erste PET-Flasche kam allerdings erst 1973 auf den Markt. In Deutschland werden 91 % der PET-Flaschen wiederverwertet. Ein Prozess, der mit dem Pfandautomaten im Supermarkt beginnt, in den die Einweg-Getränkeflaschen seit 2003 entsorgt werden.

 

Zu Beginn werden die Flaschen nach Farben sortiert und die Etiketten entfernt. Danach werden sie zu sogenannten Flakes geschreddert, die dann zur weiteren Verarbeitung verkauft werden. Farblose Flakes werden in Deutschland zu neuen PET-Flaschen verarbeitet, die zu einem durchschnittlichen Anteil von 25 % aus recycelten Flaschen bestehen. Die übrigen Flakes werden zur Fleece-Herstellung nach China exportiert. Zwei Milliarden Flaschen gelangen so pro Jahr nach Ostasien, um dann als fertiges Fleeceprodukt wieder zurück nach Europa zu kommen. Die Flakes werden in den Fleecefabriken geschmolzen und in Fäden gezogen, die dann wiederum zu Fasern verwoben werden.

 

Nur 50 Cent kostet das Material, das zu einem Fleecepullover verarbeitet wird! Dieser niedrige Preis ist auch der Grund dafür, dass es sich für die Fleeceproduzenten lohnt, die Flaschen aus Deutschland nach China zu transportieren. Verarbeitungsanlagen in Deutschland und Europa können nicht konkurrieren mit den geringen Kosten in den Niedriglohnländern. Allerdings verschlechtert sich dadurch auch der CO2-Fußabdruck der Kleidungsstücke. Der Transport über mehrere Tausend Kilometer relativiert hier den Nutzen durch das Recycling.  Eine weitere Problematik ist, dass Fleecestoffe sehr anfällig für den Abrieb von kleinen Faserteilen sind. Über die Waschmaschine gelangen diese Partikel ins Klärwerk, wo sie nicht herausgefiltert werden können. Die Fasern gelangen so als Mikroplastik in die Ökosysteme. Genauer beleuchtet haben wir dieses Thema in den Artikeln „Plastik unter dem Mikroskop“ (http://bit.ly/2gaIeWN) und „So schließt sich der Kreis“ (http://bit.ly/2hiF8kw). 

 

Wer sich ohne schlechtes Gewissen an Fleeceprodukten erfreuen möchte, dem sei Wollfleece ans Herz gelegt. Hergestellt aus 100 % Schurwolle kann das Material mit den positiven Eigenschaften des herkömmlichen Fleece mithalten. Wollfleece ist wärmend, temperaturausgleichend, kann Feuchtigkeit aufnehmen und zieht kaum Gerüche und Schmutz an. Hergestellt wird das Wollfleece auch in Deutschland und kann als biologisch produzierte Naturfaser erworben werden. Produkte aus Wolle sollten selten gewaschen werden, aber selbst wenn Faserteile in die Ökosysteme gelangen, sind sie biologisch abbaubar. So kann man sich auch im Winter ökologisch warm halten!      

     

Quellen: Geolino, PET Forum, Tagesspiegel

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Beiträge auch in unserem Onlinemagazin „UmweltBewusst“ unter:

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