Umweltbüro Lichtenberg

Die Spinne – dein Freund und Helfer

Oder vielleicht sind einem die tauglitzernden Netze in einer Wiese aufgefallen. Vielleicht hat man im Winter die Wohnung mit einer Hauswinkelspinne (Tegenaria domestica) geteilt oder einem ist eine Jungspinne an ihrem Flugfaden ins Haar geflogen. Letzteres gibt dem Altweibersommer seinen Namen. In der trockenen Schönwetterperiode um das Ende des Septembers herum machen sich all überall Jungspinnen - bei den Baldachinspinnen (Linyphiidae) auch erwachsene Tiere - auf, ihre Geburtsstätte zu verlassen. An ihren sogenannten Flugfäden lassen sie sich vom Wind erfassen und kilometerweit hinweg tragen, um neue Lebensräume zu erschließen. Das funktioniert natürlich besonders gut, wenn es trockenes und beständiges Wetter gibt. Die langen, silbrigen Fäden, die die Luft erfüllen, erinnerten die Menschen an das Haar einer alten Frau, weshalb sie diese besondere Jahreszeit eben „Altweibersommer“ nannten.

Aber was ist es nun, das uns erschreckt zusammenfahren lässt, wenn eine Spinne unseren Weg kreuzt und wir sie bestenfalls aus sicherer Entfernung bewundern? Die Abneigung ist so universell, dass man meinen könnte; sie wäre irgendwo in der Menschheit verwurzelt. Und tatsächlich geht manch ein Wissenschaftler heute davon aus, dass es ein Überbleibsel aus einer früheren Zeit der Menschheitsgeschichte ist. Es ist die tiefe und instinktive Angst; am giftigen Biss einer Spinne zu sterben. Im dem Teil der Welt, der die Wiege der Menschheit bildete, und auch in einem Teil der heutigen Welt, eine teilweise berechtigte Furcht. In Ländern des Mittelmeeres oder in Amerika, in denen die Schwarze Witwe verbreitet ist, in Australien mit der Rotrücken-Spinne (Latrodectus hasselti) oder einige Sackspinnen (Clubionidae) in Afrika. In Deutschland jedoch sind wohl 99% aller Spinnen harmlos. Entweder ihr Gift ist kaum stark genug, um uns zu schaden, oder ihre Beißwerkzeuge sind nicht kräftig genug, um unsere Haut zu durchdringen. Da droht schon mehr Gefahr von Mücken, Bienen und Wespen, die jedoch eher als lästig denn wirklich gefährlich angesehen werden.

Nun, eine Ausnahme gibt es dann doch: die Ammen-Dornfinger Spinne (Cheiracanthium punctorium). Diese hat tatsächlich ein stärkeres Gift und entsprechende Beißwerkzeuge, um medizinisch relevante Folgen hervorzurufen. Im Herbst ist sie auf trockenen Wiesen oder an Wegrändern anzutreffen, wo sie ein dichtes Gespinst spinnt, in dem sie mit ihrer Brut sitzt. Um solche empfiehlt es sich also einen weiten Bogen zu machen. Den Rest kann man getrost weiter seinen Dienst im Ökosystem verrichten lassen, denn für dieses spielen sie eine große Rolle.

Schon lange ist bekannt, dass es in der Natur um fressen oder gefressen werden geht und hier sind die Spinnen auf beiden Seiten vertreten. Sei es nun, dass sie mit ihren Netzen die Mückenpopulation im Sommer dezimieren und Käferplagen in Schach halten oder als Futterquelle für die zahlreichen Vogelarten herhalten. Manchmal dienen sie einer Schlupfwespe auch als Brutstätte für ihre Nachkommen. Betäubt wird sie verschleppt und ein paar Eier in sie hinein gelegt. Schlüpfen die jungen Wespen dann, so haben sie gleich Nahrung vor Ort.

Bei all den Funktionen, die sie erfüllen, erscheint es geradezu unmöglich, sie sich - so unangenehm sie im ersten Moment auch sein mögen - aus der Natur wegzudenken. Und wirklich würde der Natur im Herbst doch etwas fehlen ohne die tauglitzernden Netze einer Spinne mit ihrer filigranen, ästhetischen Schönheit. 

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