Umweltbüro Lichtenberg

Artenvielfalt im Kuhfladen

Der Kuhfladen als Biotop
Man unterscheidet zwischen frischen und getrockneten Kuhfladen. Frisch hat er einen tellergroßen Durchmesser, ein Gewicht von knapp zwei Kilo und eine Farbe, die irgendwo zwischen Dunkelbraun und Spinatgrün anzusiedeln ist. Im Zustand fortschreitender Trocknung wird die Oberfläche hellbraun bis grau, verkrustet und fällt ein. Der Wanderer sei jedoch gewarnt: Wer glaubt, einen äußerlich dehydrierten Fladen trockenen Fußes betreten zu können, wird sich manchmal wundern, wie viel Saft und Frische noch unter der harten Kruste lauern. Darum wollen wir es nicht bei einer oberflächlichen Betrachtung belassen, sondern uns dem wesentlich interessanteren Innenleben zuwenden. Denn jeder einzelne Kuhfladen ist ein Universum für sich, ein einzigartiges Biotop und Heimat einer artenreichen Wohngemeinschaft. Die Pioniere unter den Siedlern sind die bei Kühen und Menschen gleichermaßen beliebten Schmeißfliegen, die als erste ihre Eier in den noch frisch dampfenden Fladen betten. Ihrem Beispiel folgen andere Fliegen- und Käferarten wie etwa der Mistkäfer oder der Gemeine Dungkugelkäfer, deren Larven das feuchte und von Gängen durchzogene Innere des Kuhfladens nicht nur als Wohnraum, sondern auch als Nahrungsgrundlage nutzen. Selbst für die Heizung ist gesorgt, denn durch die allmähliche Zersetzung des Dungs wird stetig Wärme im Fladeninnern produziert. So mangelt es der multikulturellen Wohngemeinschaft an nichts, und sie könnte in geradezu paradiesischer Harmonie koexistieren, wären da nicht ein paar räuberische Fliegenarten, die des Nachts Jagd auf die harmlosen Dungfresser machen. Ernüchtert stellen wir ein weiteres Mal fest: Nichts auf Erden ist perfekt, und es kann der Beste nicht in Frieden leben, nicht einmal im Innern eines Kuhfladens.


KuhfladenVom ewigen Werden und Vergehen
Bei der Betrachtung eines Kuhfladens erkennen wir außerdem, dass nichts ewig währt - bis auf den Kreislauf des Lebens selbst: Denn kaum ist der Kuhfladen abgelegt, beginnt auch schon sein unausweichlicher Alterungs-, Trocknungs- und Zerkrümelungsprozess. In dessen Verlauf gesellen sich Pilze und Bakterien zu den Insekten, die den Abbau des Fladens ebenso beschleunigen wie Regenwürmer und Tausendfüßler. Der Dung gelangt nach und nach als Dünger in die darunter liegende Erde und trägt in der Folgezeit zum üppigen Wachstum der Gräser und Blumen bei, die wiederum von Kühen gefressen und verdaut werden und andernorts als frischer Kuhfladen erneut das Licht der Welt erblicken. Vom ursprünglichen Fladen aber bleibt nur die Erinnerung seiner einstigen Bewohner an eine glückliche Kindheit, in der es ihnen an nichts gefehlt hat - und eine vage Duftnote, die irgendwann der Herbstwind davonträgt. Aus den Larven, die der Kuhfladen genährt hat, werden Fliegen und Käfer, die sich zu Lande oder in der Luft aufmachen, für ihre Nachkommen neue Biotope zu erobern.

So ist der Kuhfladen Sinnbild und Wirkstätte für den endlosen Kreislauf von Werden und Vergehen.

Diesen amüsanten und lehrreichen Text entnahmen wir der Internetseite www.wunderalpen.com
(zur Zeit im Umbau)

 

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