Umweltbüro Lichtenberg

Eichenprozessionsspinner im Bezirk Lichtenberg 2013

Seit mehreren Jahren beschäftigt ein kleiner Schmetterling die Gemüter – der Eichenprozessionsspinner. Der günstige Witterungsverlauf in den vergangenen Sommern hatte diese Insektenart im Bestand stark gefördert, so dass auch im Norden Deutschlands größere Vorkommen auftraten. Wie ist es nun mit der Entwicklung dieses Schmetterlings und seiner Larven im Sommer 2013 weitergegangen?

 

Autor: Heinz Nabrowsky, Leiter Fachbereich Landschaftsplanung und Naturschutz, Umwelt- und Naturschutzamt Lichtenberg

Seit mehreren Jahren beschäftigt ein kleiner Schmetterling die Gemüter – der Eichenprozessionsspinner (EPS). Der günstige Witterungsverlauf in den vergangenen Sommern hatte diese Insektenart im Bestand stark gefördert, so dass auch im Norden Deutschlands größere Vorkommen auftraten.  In Berlin und Brandenburg hat er aber schon immer zur einheimischen Falterfauna gehört. In der dritten Ausgabe der Umweltzeitung wurde bereits über die Problematik geschrieben. Wie ist es nun mit der Entwicklung dieses Schmetterlings und seiner Larven im Sommer 2013 weitergegangen?

Das Bezirksamt hatte beschlossen, die Raupen dieses Schmetterlings ausnahmslos mechanisch zu bekämpfen und die finanzielle Unterstützung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales nicht in Anspruch zu nehmen. Auch in anderen Bezirken wurde praktisch so verfahren, aber ohne Beschlusslage des Bezirksamtes. Der lange Winter ließ erwarten, dass aus den 2012 an die Rinde von Bäumen gelegten Eiern nicht überall Larven schlüpfen würden. Diese Rechnung ging in Lichtenberg auch auf, die ersten Raupen wurden erst Anfang Juni entdeckt. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen geringen Rückgang der Funde. Gemessen an anderen Insektenarten gehört der Eichenprozessionsspinner zu den im Bezirk Lichtenberg seltenen Falterarten, mehr als 100 geschulte Personen hatten die Eichenbestände im Bezirk im Mai und Juni kontrolliert.

Mit Beginn des Falterflugs (laut Pflanzenschutzamt ca. 28. KW – ab 8. Juli) endete für 2013 der aktive Bekämpfungszeitraum gegen den Eichenprozessionsspinner. In dieser Zeit kooperierten das Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt, das Umwelt- und Naturschutzamt sowie weitere Ämter und Institutionen in Lichtenberg eng miteinander, so dass Hinweisen zum Auftreten des EPS möglichst schnell nachgegangen und im Bedarfsfall auch mechanisch bekämpft werden konnte.

Insgesamt gab es neun Nachweise des EPS (siehe Tabelle 1 im Anhang), wobei der erste Nachweis am 03.06.2013 beim Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt einging.
In drei Fällen wurde aufgrund der Lage der befallenen Bäume und einer damit einhergehenden möglichen Gefährdung der Bevölkerung (Schule, Parkanlage, Wohngebiet) der EPS mechanisch bekämpft. Die hierbei entstandenen Kosten beliefen sich auf 1172,15 €, wobei in einem Fall die Beseitigung durch eigenes Personal (1 AK 2 h) erfolgte. Eine Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Lichtenberg ergab, dass 7 Personen in einer vom EPS befallenen Kleingartenanlage in der Nähe der Wuhlheide gesundheitliche Beschwerden hatten und sich 3 von ihnen in ärztliche Behandlung begeben mussten.

An der südlichen Bezirksgrenze im Bereich des Hegemeisterwegs wurden durch die Berliner Forsten in Eigenverantwortung in den Waldflächen Bäume mit Vorkommen der Raupen des Eichenprozessionsspinners mittels Biozid behandelt. Hier hatte das Umwelt- und Naturschutzamt zuvor auf die naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen insbesondere in Hinblick auf das Vorkommen von Orchideen in diesem Bereich aufmerksam gemacht.

Im Nachbarbezirk Treptow – Köpenick gab es größere Vorkommen dieses Schmetterlings. Hier war in der Wuhlheide gut erkennbar, wo mit dem Biozid gearbeitet wurde. Es kam Anfang Mai mit Spritzkanonen zum Einsatz. Die untere Hälfe der behandelten Kronen der Eichen war sehr gut belaubt, in der oberen Hälfte waren bis Mitte Juni die Fraßschäden der Raupen gut erkennbar. Dann trieben die Eichen noch einmal aus, so dass gegen Ende Juni die Bäume weitestgehend den Verlust kompensiert hatten. An vielen Stellen musste trotz Biozideinsatz nachbehandelt werden, die Nester der Raupen wurden abgesaugt.

Wie gefährlich sind die Brennhaare der Raupen wirklich? Ende Juni saßen bei schönstem Wetter Erholungssuchende abends auf den Wiesen des ehemaligen Strandbades Rahnsdorf unter den Bäumen. Vormittags wurden die Nester der Raupen beseitigt. Hier gab es keinen einzigen Fall, dass Nutzer der Grünanlage über Beschwerden geklagt hätten. Es ist also ein Phänomen – auf der einen Seite das Bedürfnis nach 100%iger Sicherheit, auf der anderen Seite wenig Verwertbares bezüglich aufgetretener Schäden bei Mensch und Eiche.

Nachträglich hat sich die Entscheidung, die Raupen des Eichenprozessionsspinners nur mechanisch zu bekämpfen, als richtig erwiesen. So wurden Natur und Geldbeutel geschont.

Tab.1: Vorkommen des EPS in Lichtenberg 2012 und 2013

Jahr

Ort

Erfassungsdatum

Bekämpfung durch BA

2012

Köpenicker Allee 216, Nähe KGA

 

ja

 

Neustrelitzer Str.32-34, Spielplatz

 

ja

 

Lehndorffstr. Heiligenberger Str. Spielpl.

 

ja

 

Hohenschönhauser Weg, entlang Wasserbecken

 

 

 

Traberweg zw. Wildenstein-und Eginhardstr.

 

 

 

Mellenseestr. 62 ggü PP

 

 

 

KGA Stallwiese

 

 

 

Dorfstr. 3 Falkenberg

 

 

 

Falkenberger Ch 51 und 52, BNr. 113, 116

 

 

 

Carlsgarten, An der Karlshorster Heide

 

ja

 

KGA Biesenhorst II Str. Am Heizhaus

 

ja

2013

Rüdiger Str./Siegfriedstr.

03.06.2013

 

 

KGA Stallwiese Parz.115,118,125

10.06.2013

 

 

Carlsgarten

10.06.2013

 

 

Kita Carlsgarten

10.06.2013

 

 

Atzpodienstr. Schule

10.06.2013

ja

 

Hegemeister Weg 9

13.06.2013

 

 

Welsestr.

13.06.2013

 

 

Park Randowstr.

13.06.2013

ja

 

Mellenseestr. 1, Dolgenseestr.

15.06.2013

ja

 

 

 

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