Umweltbüro Lichtenberg

Wie die Motten zum Licht - Insekten und Lichtverschmutzung

Nachtaktive Insekten haben sehr lichtempfindliche Augen und können selbst bei geringer Lichtstärke gut sehen. Dabei benutzen sie die Sterne und vor allem den Mond zur Orientierung. Durch die sehr weite Entfernung des Mondes, kommen die reflektierten Sonnenstrahlen bei uns in paralleler Ausrichtung an. Somit nutzen die Motten und Konsorten ihn zur Orientierung. Bei einer punktförmigen Lichtquelle, wie der Laterne, gehen die Strahlen radiär in alle Richtungen ab. Wenn ein fliegendes Insekt nun den „falschen Mond“ zur Orientierung nimmt, muss es sich immer wieder erneut parallel dazu ausrichten. Dadurch fliegen sie in immer enger werdenden Spiralen um die Lichtquelle herum und können sich aus dem Teufelskreis nur schwer lösen. Sie sterben schließlich an Erschöpfung. Zusätzlich leuchten Laternen stärker als der Mond und üben somit eine stärkere Anziehungskraft aus.

 

Dieses Phänomen machen sich Entomologen (Insektenforscher) seit Urzeiten zu Nutze und locken nachtaktive Insekten mit Licht an. Dazu wird eine Lichtquelle mit weißen Stoff umhüllt und die landenden Insekten abgesammelt. Früher mit Kerzen oder Quecksilber-Dampflampen durchgeführt, gibt es heute LED-Lampen deren Frequenzen speziell auf den Insektenfang abgestimmt sind. Am gebräuchlichsten sind weiterhin Schwarzlicht-Lampen oder -Röhren, da das UV-Frequenzspektrum eine sehr hohe Anziehungskraft auf Insekten ausübt.

 

Nicht nur Insektenforscher profitieren davon, auch Fledermäuse und Spinnen ziehen daraus einen Nutzen. So wurde nachgewiesen, dass Zwergfledermäuse gerne um Laternen herum jagen und auch Brückenkreuz-Spinnen fangen die Insekten mit ihren Netzen an den Beleuchtungen ab. Des einen Leid, ist des anderen Freud. Natürlich ist das jetzt kein Aufruf, alle Lampen nachts an zu lassen.

 

Interessanterweise werden jedoch nicht alle Insekten gleichermaßen nachts vom Licht angezogen. So gibt es einige Schmetterlinge, die man besser mit gezuckertem Rotwein (das ahmt überreifes Obst oder Baumsäfte nach) anlockt, als mit Licht.

 

Um das Problem der Lichtverschmutzung („ALAN = artificial light at night“) zu beheben, gibt es mittlerweile verschiedene Lösungsansätze:

 

So gibt es zum einen energiesparende LED-Lampen, die andere Frequenzspektren verwenden und so trotz starker Leuchtkraft weniger anziehend auf Insekten wirken (kaltes Licht). Zum anderen werden inzwischen vielerorts Laternen installiert, die gezielt nur die Bereiche ausleuchten, die erhellt werden sollen, bspw. an Wegen. Nach oben hin sind die Lampen abgeschirmt, um die Anziehung auf nachtaktive Insekten so gering wie möglich zu halten. Dennoch gibt es meiner Meinung nach viel zu viel überflüssige Leuchtreklamen in der Stadt.

 

 

Hier gibt es weitere Informationen zum Thema Tunnelbeleuchtung und Insekten:

https://www.ag-rh-w-lepidopterologen.de/2020/11/01/mit-selfie-stick-und-fernglas-im-tunnel/

 

 

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Beiträge auch in unserem Onlinemagazin „UmweltBewusst“ unter:

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