Umweltbüro Lichtenberg

Blühpflanzen als Energielieferant

Projektergebnisse zeigen, dass es gar nicht so unwirtschaftlich ist, auf den Feldern Blühpflanzen statt Mais für die Energieproduktion in Biogasanlagen anzusäen. Sie bringen zwar nur etwa 70% des Ertrags, den man bei Mais erwarten kann, allerdings wird diese Differenz durch einen geringeren Arbeitsaufwand und Einsparungen an z. B. Herbiziden und Dünger so gut wie ausgeglichen.

 

Bei Verwendung mehrjähriger Arten können die Pflanzen als Dauerkulturen bis zu fünf Jahre auf einem Feldstehen,was viele Vorteile bietet. Man spart den Aufwand des Aussäens und Saatgut, da es keine alljährliche Neuaussaat gibt, sondern nur noch alle fünf Jahre neues Saatgut ausgebracht werden muss. Außerdem ist es nicht nötig, den Boden jedes Jahr aufs Neue zu bearbeiten, was zum einen eine Verringerung des Arbeitsaufwandes bedeutet und zum anderen zum Schutz des Bodens beiträgt. Gleichzeitig fällt es einjährigen Ackerbeikräutern, die eine jährliche Bodenbearbeitung brauchen, nach dem ersten Standjahr schwer, sich gegen die bereits etablierten Blühpflanzen durchzusetzen. So wird nach dem ersten Standjahr ein Großteil der Kosten für Herbizide eingespart.

Betrachtet man die Nutzung von Blühpflanzen aus naturschutzfachlicher Sicht, fallen einem sofort die Vorteile für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten ein. Besonders jetzt, wo das enorme Artensterben unter den Insekten nicht mehr nur Fachleuten sondern auch Bürger*innen ein Begriff ist und in der Öffentlichkeit viel Beachtung findet. Blütenreiche Pflanzen als Energielieferant treffen sicherlich auf hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, da sie zum Schutz der Insektenpopulationen beitragen.

Doch nicht nur für Insekten sind sie die bessere Alternative zum Mais. Sie bieten auch Vögeln und Niederwild Schutz und Nahrung und das sogar im Herbst und Winter. Die Pflanzen können nach der Ernte nach- bzw. weiterwachsen und stehen bis zum Winter wieder hoch genug, um wildlebenden Tieren wie Feldhasen und Rehwild einen guten Schutz zu gewähren. Auch Fledermäuse profitieren von Blühpflanzenbeständen, da diese eine große Zahl von Insekten anziehen und so eine sichere Nahrungsquelle darstellen.

 

Die Wildpflanzen werden erst ab Ende Juli gemäht, was in Verbindung mit der wegfallenden Bodenbearbeitung dazu beiträgt, dass Bodenbrüter die Aufzucht der Jungtiere erfolgreich abschließen können.

Nur Wildschweine scheinen den blütenreichen und krautigen Aufwuchs nicht so attraktiv zu finden wie Maisfelder, weshalb die Landnutzenden geringere Wildschäden und dementsprechend eine sichere Ernte erwarten.

Durch die ganzjährige Durchwurzelung des Ackerbodens sorgen die Dauerkulturen für einen Erosions- undVerdichtungsschutz, durchlüften den Boden, verbessern die Humusbilanz und betreiben so ganz nebenbei Bodenschutz. Auch für Gewässer, egal ob überirdisch oder das Grundwasser sind Blühpflanzenbestände ein Vorteil. In den Saatgutmischungen sind meist Leguminosen wie weißer und gelber Steinklee, Rotklee und Luzerne enthalten, welche Symbiosen mit Knöllchenbakterien eingehen. Mit deren Hilfe binden sie den Stickstoff aus dem Boden und machen ihn pflanzenverfügbar. So verringern sie die Menge an Stickstoffverbindungen, die aus dem Boden in die Gewässer gespült werden können.

 

Blühpflanzen kann man in verschiedenen Saatgutmischungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten aussähen. Es gibt Mischungen, welche ein-, zwei- und mehrjährige Arten enthalten und im Frühjahr ausgesät werden. Andere enthalten nur über- und mehrjährige Pflanzen wie wilde Möhre, Wegwarte und wilde Karde und werden als Sommeransaat nach der Ernte einer anderen Kultur ausgesät. Es gibt auch rein einjährige Mischungen, welche aber weniger zweckgemäß sind, da diese Nutzungsform oft nur als Randstreifen zusätzlich zum Mais eingesetzt wird und nicht die oben genannten Vorteile von mehrjährigen Pflanzen mit sich bringt. Informationen zu verschiedenen standort- und regionenspezifischen Saatgutmischungen kann man u. a. bei Rieger-Hofmann (www.rieger-hofmann.de) oder auch bei Saaten Zeller (www.saaten-zeller.de) finden und dort auch Saatgut kaufen.

 

Mit dem Anbau von blütenreichen Pflanzen können Landnutzende also nicht nur Insekten, Säugetieren und Vögeln Schutz und Nahrung bieten, sondern auch die ständig zurückgehende Biodiversität erhöhen, nebenbei Gewässer- und Bodenschutz betreiben und das Landschaftsbild aufwerten. Allerdings wird diese innovative Idee noch nicht stark genug gefördert und unterstützt, weshalb sie sich bisher nicht gegen Mais-Monokulturen durchzusetzen konnte und derzeit nur auf Projektflächen und von engagierten Landwirten umgesetzt wird.

Wäre es nicht schön, wenn es auf unseren Feldern bald knallig bunt statt nur grün-gelb wäre und wenn wieder das Summen der Insekten die Luft erfüllen würde?

 

Das Netzwerk Lebensraum Feldflur informiert auf seiner Website (www.energie-aus-wildpflanzen.de) und mit einem Heft ausführlich über dieses Thema und gibt Tipps zur Auswahl der Saatgutmischung sowie zu wichtigen Themen wie Saatzeitpunkt und -methode und Ernte.

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