Umweltbüro Lichtenberg

Vom Feldhasen zum Stadthasen

Dass Wildschweine und Füchse häufiger in der Stadt anzutreffen sind, ist mittlerweile schon zur Normalität geworden. Doch seit etwa 15 Jahren siedelt sich ein neuer Bewohner in der Stadt an, der Feldhase. Nicht zu verwechseln mit Wildkaninchen, die ebenfalls in Berlin zu finden sind. Sie zu unterscheiden ist gar nicht so schwer. Feldhasen sind groß, schlank und haben lange Hinterläufe sowie lange Ohren. Sie können bis zu sechs Kilogramm wiegen. Wildkaninchen dagegen sind klein und gedrungen und wiegen etwa zwei Kilogramm. Zudem bauen Kaninchen unterirdische Bauten, um dort ihre Jungen großzuziehen, während der Feldhase nur eine Vertiefung im Boden (Sasse) gräbt, worin sich die Jungen dann geduckt verstecken können.

Untersuchungen des NABU zeigen, dass Wildkaninchen vor allem im Westen Berlins leben, während Feldhasen sich im Osten Berlins ausbreiten.


 

Inmitten der Hochhäuser Lichtenbergs finden sich große Freiflächen, auf denen sich über die Jahre eine vielfältige Flora entwickelt hat, die dem Hasen eine abwechslungsreiche Nahrungsgrundlage bietet. Zusätzlich bieten die Hecken und Sträucher Schutz vor Feinden in der Stadt, wie etwa Fuchs und Krähe.

In Deutschland steht der Feldhase als gefährdete Art auf der Roten Liste, da seine Bestandszahlen stark rückläufig sind. Etwa drei Millionen Feldhasen beherbergt Deutschland derzeit.

 

Feldhasen sind Einzelgänger und finden sich nur während der Paarungszeit mit anderen Artgenossen zusammen. Um Fressfeinde nicht auf das Jungtier aufmerksam zu machen, sucht das Muttertier es nur einmal am Tag auf, um es zu säugen. Die restliche Zeit bleibt es allein und geduckt in der Sasse, gut getarnt vor Feinden. Wer ein Jungtier allein ohne Mutter sichtet, braucht nicht befürchten, dass es verlassen wurde.

 

2017 lebten bereits rund 100 Feldhasen in Lichtenberg, Tendenz steigend, während die Zahl im angrenzenden Brandenburg sinkt. Das liegt vor allem an der Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, die weder Nahrung noch Versteckmöglichkeiten bieten. Die bisher als nicht so anpassungsfähig geltenden Feldhasen sind gezwungen in andere, artenreichere Gebiete abzuwandern, in diesem Fall Berlin. Sie ernähren sich im Sommer hauptsächlich von Gräsern und Kräutern, im Herbst steigt der Anteil an Samen und im Winter und Frühjahr ernähren sie sich von Knospen und Rinde.

 

Was sollte man bei Sichtungen beachten? Feldhasen sind scheu und meiden die Gesellschaft des Menschen. Daher sind sie in der Stadt während der Dämmerung oder in der Nacht anzutreffen. Meist sind die Feldhasen schon auf und davon, bevor man sie überhaupt bemerkt hat. Sollte man doch Glück haben, kann man sich an den NABU oder das Bezirksamt Lichtenberg wenden, die Beobachtungen von Feldhasen aufnehmen und dokumentieren.

 

Auf der Seite des Bezirksamtes kann man Sichtungen melden: https://www.berlin.de/ba-lichtenberg/auf-einen-blick/freizeit/gruen/formular.297823.php

 

 

Quellen:

 

https://berlin.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/feldhase/index.html

https://www.planet-wissen.de/natur/haustiere/hasen_und_kaninchen/index.html

https://www.berlin.de/ba-lichtenberg/auf-einen-blick/freizeit/gruen/artikel.280120.php

https://www.lichtenbergmarzahnplus.de/feldhasen-zieht-es-nach-berlin/

https://www.bmbf.de/de/100-feldhasen-wohnen-in-berlin-lichtenberg-4074.html

https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/feldhase

 

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