Umweltbüro Lichtenberg

Klimaschutz, Artenschutz, Biodiversität und Nachhaltigkeit vs. Agrartechnik

Unbestreitbar sind die Auswirkungen des Klimawandels durch den Menschen auf unserer Erde. Dürren, Starkregen, Verschiebung der Klimabreiten nach Norden haben enorme Folgen für Mensch, Flora und Fauna.

Die Anzahl der zu versorgenden Weltbevölkerung wird sich in den nächsten Jahrzehnten von derzeit über sieben Milliarden auf über neun Milliarden drastisch erhöhen. Diesen Herausforderungen muss sich insbesondere auch die Landwirtschaft stellen.

Beim Betreten der Messehallen wird man erschlagen von der Anzahl und Größe der ausgestellten Landmaschinen. Viele wirken so futuristisch, als ob mit ihnen ein Flug zum Mars möglich ist. In der Tat scheint ohne GPS-Satelliten gestützte Technik auf dem Feld nichts mehr zu gehen und Landwirte und Hersteller warten sehnsüchtig auf den Aufbau der 5G Funktechnik am Feldrand für das autonome Fahren der Landmaschinen.

   

Schon jetzt werden die Felder mit Satelliten oder Drohnen von oben abgescannt und kartiert, um den Einsatz von Herbizid-, Pestizid- und Düngerauftrag auf dem Feld zu optimieren oder auch die Wasserzufuhr besser steuern zu können. Die ausgestellte Technik vermittelt zum Großteil den Eindruck es ginge weiterhin nur um Effizienz und Ertragssteigerung ungeachtet der ökologischen Folgen.

Im Gegensatz hierzu steht die Verantwortung der Landwirtschaft gegenüber Mensch und Natur im globalen Kontext und auf lokaler Ebene.

Das andere Bild der Messe zeigt sich erst auf den zweiten Blick: Teile der Verbände und der Agrarindustrie haben erkannt, dass es ein „weiter so“ nicht mehr geben kann und sich verstärkt den Zukunftsanforderungen gestellt werden muss.

In Fachforen drehten sich die Themen um die enge Vernetzung der weltweiten Anbausysteme und ihre regionalen Herausforderungen. Im Mittelpunkt standen hier die landtechnischen Innovationen um die Ziele im Klimaschutz, Biodiversität, Nachhaltigkeit und Ernährungssicherung zu erreichen. So zeigten im DLG-AgrifuturerLab Start-ups der Landtechnik ihre Innovationen.

Den Besuchern und Fachpublikum wurde im DLG-Special „Protecting Yield and Nature“ Lösungen der Zukunft vorgeführt, welche Möglichkeiten es für groß- und kleinstrukturierte Landwirtschaft auf verschiedenen Kontinenten gibt und wie diese voneinander profitieren können. Im Fachforum „Acre of Knowledge“ wurde gemeinsam mit der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) als Fachpartner und in Kooperation mit der United Nations Industrial Development Organzation (UNIDO) mit Experten und Teilnehmern aus 13 Ländern unterschiedlicher Kontinente über Erosionsschutz, alternative Einkommens- und Anbaukonzepte, integrierten Pflanzenschutz diskutiert.

Universitäten, Wissenschaft und Forschung greifen einzelne Forschungsthemen rund um die Agrarindustrie auf und versuchen mit Studien Wege für eine Landwirtschaft der Zukunft mitzugestalten, sei es beim Saatgut, Bodenuntersuchungen zur Auswirkung der unterirdischen Stromtrassenkabel für die Windkraft oder Verringerung der Schadstoffemissionen in der Massentierhaltung. Dementsprechend befasst sich das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum aktuell mit der Transformation von Erfindungen und Techniken für die Weltraumerkundung und deren Einsatzmöglichkeiten auf der Erde. So finden demnächst Luftpartikelfilter der ISS ihren Einsatz in Schweinemastbetrieben zur Filterung der Abluft.

Aber auch Firmen, wie der Weltmarktführer John Deere, befassen sich mit Themen zum Ressourcen schonenden Einsatz von Pestiziden oder Düngern. Das System „See & Spray“ der „The next Evolution in Sprayer Technology“ erkennt Unkräuter unter der Nutzpflanze oder deren Nährstoffmangel. Diese Technologie spart bis zu 70 Prozent des Herbizid- und Pestizidausstoßes ein oder kann gezielt einzelne Pflanzen mit Nährstoffen versorgen. Interessant ist hier die mögliche Vernetzung mit mechanischen Unkrautziehern.

Neben der aus dem Weltraum gesteuerten Agrarindustrie wirkt die Biologische Landwirtschaft beschaulich und wie ein zartes „Pflänzlein“. Die Messe zeigte einmal mehr: Es ist noch einer weiter Weg im Agrarsektor hin zu mehr Biodiversität, Ressourcen schonendem Mitteleinsatz und Nachhaltigkeit.


Nur wenn dieser Weg im Bereich der Landwirtschaft von Politik, Berufsverbänden, Industrie und den Landwirten vor Ort konsequent und mit Nachdruck weiter verfolgt wird, kann es gelingen den Spagat zwischen verantwortungsbewußter industrieller Landwirtschaft und dem Umwelt- und Naturschutz zu schaffen.

 

 

 

 

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