Umweltbüro Lichtenberg

Kaminofen & Co. - Was Sie über das Heizen mit Holz wissen sollten.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Die Entscheidung für einen Kaminofen sollte aufgrund der vergleichsweise hohen Emissionen gut überlegt sein und saubere Alternativen, wie z.B. emissionsarme Biomasseheizkessel, Wärmepumpen oder solarthermische Anlagen, mit in Erwägung gezogen werden. Steht eine Neuanschaffung bevor, sprechen Sie vor dem Kauf mit dem Schornsteinfeger. Er weiß, welche Heizung zu Ihrem Haushalt passt, welche Anforderungen Kaminofen und Schornstein erfüllen müssen und er gibt Ihnen Tipps zur Bedienung. Eine elektronische Verbrennungsluftregelung ist sinnvoll, da weniger Schadstoffe entstehen. Gleiches gilt für die Abgasreinigung: Für den uneingeschränkten Betrieb kann künftig in bestimmten Regionen z.B. ein Feinstaubfilter erforderlich sein. Achten Sie auf die richtige Größe und Leistung des Ofens. Denn mit einem überdimensionierten Ofen heizen Sie buchstäblich „zum Fenster hinaus“.

 

Gewusst? Rund 65% der in Haushalten benötigten Energie wird für das Heizen aufgewendet.

 

Welches Holz kann ich verwenden?

Am besten nutzen Sie Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Bei Pelletanlagen: Verwenden Sie Pellets der höchsten Güteklasse. Gewährleisten Sie, dass Ihr Holz gut belüftet und gegen Feuchtigkeit geschützt gelagert wird. Achten Sie beim Holz auf den richtigen Feuchtegehalt (maximal 25%). Dies kann mit einem Holzfeuchtemessgerät aus dem Baumarkt ermittelt werden. Auch verschmutztes oder schimmeliges Holz führt zu einem höheren Schadstoffausstoß. Zu trockenes Holz (Feuchtegehalt unter 10%), das z.B. zu lange in warmen Räumen gelagert wurde, brennt zu schnell ab. Es sollte daher

nochmals einige Zeit abgedeckt im Freien verbringen. Für eine optimale Verbrennung dürfen die Holzscheite weder zu dick noch zu dünn sein. Sie sollten einen Durchmesser von ca. 6-12 cm aufweisen und so lang sein, dass sie sich mit einigen Zentimetern Abstand zur Ofenwand stapeln lassen. Verwenden Sie kleinere Scheite nur zum Anheizen. Wichtig: Verbrennen Sie auf gar keinen Fall behandeltes Holz oder Abfälle! Hierdurch entstehen extrem giftige Stoffe, die auch in Ihrer unmittelbaren Umgebung niedergehen.

 

Wie heize ich mit Holz richtig?

Anders als bei automatisierten Pelletöfen, ist man bei üblichen Kaminöfen, die mit Scheitholz befeuert werden, deutlich stärker gefordert: Die optimale Menge Holz muss regelmäßig nachgelegt und die Luftzufuhr richtig eingestellt werden. Lesen Sie zunächst die Bedienungsanleitung sorgfältig durch – dort finden Sie wichtige, ofenspezifische Hinweise zum Betrieb. Generell gilt jedoch Folgendes:

 

1 Anzünden

Vor allem beim Anheizen wird viel Verbrennungsluft benötigt. Öffnen Sie daher stets alle Luftklappen vollständig. Erst wenn die Verbrennung in vollem Gange ist, sollte die Luftzufuhr, wie in der Bedienungsanleitung angegeben, reduziert werden. Verwenden Sie professionelle Anzündhilfen, wie wachsgetränkte Holzwolle. Karton oder Papier sind nicht geeignet, weil die Asche die Luftzuführung behindern kann. In der Regel wird das „Anzünden von oben“ empfohlen, weil sich hierdurch der obere Teil des Feuerraums schneller aufheizt und weniger Schadstoffe entstehen.

2 Nachlegen

Legen Sie zum richtigen Zeitpunkt nach: Wenn die sichtbaren gelben Flammen kurz vorm Erlöschen sind und noch ausreichend Glut vorhanden ist (meist ca. alle 30 Minuten). Achten Sie darauf, dass Sie den Ofen nicht überladen und legen Sie regelmäßig kleine Holzmengen nach. Richtwert: 0,15 kg Holz je Kilowatt Nennwärmeleistung des Ofens (in der Bedienungsanleitung oder auf dem Typenschild angegeben). Saubere Verbrennung benötigt Sauerstoff: Drosseln Sie die Luftzufuhr keinesfalls zu stark. Das Innere des Ofens sollte hell und ohne schwarze Rußablagerungen bleiben. Vorsicht: Öffnen Sie die Ofentür nur langsam, um Rauch im Innenraum zu vermeiden.

3 Wartung

Entsorgen Sie die Asche vollständig abgekühlt mit dem Hausmüll. Vermeiden Sie, Staub aufzuwirbeln, um keine gesundheitsschädlichen Ascheteilchen einzuatmen. Der Schornstein muss regelmäßig gereinigt werden. Die Anzahl der Reinigungsintervalle liegt je nach Benutzungshäufigkeit zwischen ein- bis viermal im Jahr und wird vom Schornsteinfeger festgelegt. Was sie selbst tun können: Regelmäßig Türdichtung, Feuerraumauskleidung und Rost prüfen und gegebenenfalls defekte Teile austauschen.

 

Gewusst? In Kombination mit einem Wasser-Wärmetauscher kann ein Ofen eine Zentralheizung unterstützen.

 

Welche Arten von Öfen gibt es?

Während Heizungskessel im kompletten Haus bzw. in mehreren Gebäuden für Wärme sorgen, werden Öfen eingesetzt, um einen oder zwei benachbarte Räume zu beheizen. Bei den mit Scheitholz befeuerten Öfen lassen sich folgende

Bauarten unterscheiden:

Kaminöfen, auch Schwedenofen oder Raumheizer genannt, stehen meist frei im Raum und sind nicht eingemauert. Die üblicherweise aus Metall gefertigten Öfen gehören zu den meistverkauften Holzfeuerungsanlagen in Deutschland. Kaminöfen können nur wenig Wärme speichern und erfordern häufiges Nachlegen.

Kachel- bzw. Speicheröfen sind oft fest ins Haus eingebaut. Sie besitzen eine große Speichermasse (z.B. Kacheln, Schamotte) und können die gespeicherte Wärme dadurch langsam abgeben. Der Brennstoff muss seltener nachgelegt werden.

Offene und mit Glas verschlossene Kamine besitzen einen Feuerraum, der üblicherweise an der Rückwand und teilweise an den Seitenwänden ummauert ist. Vor allem offene Kamine verursachen viele Schadstoffe und wenig Wärme – sie dürfen daher nur selten genutzt werden. Pelletöfen werden auch im Wohnraum aufgestellt, aber im Gegensatz zu Kaminöfen mit Holzpresslingen befeuert. Da die Brennstoff- und Luftzufuhr automatisch geregelt wird, nehmen Pelletöfen dem Nutzer viel Arbeit ab und ermöglichen eine vergleichsweise emissionsarme Verbrennung. Das Nachfüllen ist etwa alle 1-4 Tage notwendig. Weitere Informationen zu unserem Projekt, sowie Hinweise zur richtigen Bedienung finden Sie auf unserer Webseite. www.clean-heat.eu

 

Heizen mit Holz – umweltfreundlich?

Als nachwachsender Brennstoff kann Holz eine gute Alternative zu Wärme aus Erdöl, Gas und Kohle sein. Allerdings entstehen bei der Verbrennung von Holz gesundheitsgefährdende Stoffe wie Feinstaub und Ruß. Insbesondere bei Kaminöfen ist der reale Schadstoffausstoß meist deutlich höher als vom Hersteller angegeben. Großen Einfluss hat die Bedienung des Ofens: Bei falscher Betriebsweise können die Emissionen drastisch ansteigen.

 

Gewusst? Kaminöfen und Co. Zählen zu den Hauptquellen von Feinstaub und Ruß.

 

Wie viel Feinstaub wird ausgestoßen?

Ein Kaminofen stößt bei falscher Betriebsweise mehr als 5.000mg/m³ aus. Mit der richtigen Bedienung sind es durchschnittlich nur 100mg/m³. Sie haben es in der Hand! Mit der richtigen Bedienung und der Wahl des optimalen Brennstoffs können Sie die Schadstoffbelastung verringern. Außerdem sparen Sie Brennstoffkosten und vermeiden Rauch und Geruch in Ihrer Nachbarschaft.

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:

https://www.clean-heat.eu/de/aktivitaeten/infomaterial.html

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Beiträge auch in unserem Onlinemagazin „UmweltBewusst“ unter:

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