Umweltbüro Lichtenberg

Die meisten Menschen nutzen das Internet täglich. Jede Suchanfrage, jedes hochgeladene Bild, jeder Klick verbraucht Strom. Zugegeben, im Vergleich mit Küchenherd oder Kühlschrank ist das recht wenig. Betrachtet man den Stromverbrauch des Internets aber einmal global wird deutlich, dass es sich zu einem der größten Energieverbraucher entwickelt hat. Auch Streaming- und Cloud-Dienste tragen zum Anwachsen der benötigten Datenzentren nebst Notstromaggregaten bei. Diese Dienste verbrauchen weltweit inzwischen die gleiche Menge an Strom wie die globale Luftfahrt!

Im neuen Atlas der Globalisierung finden sich genauere Zahlen: Der Stromverbrauch aller US-amerikanischen Datenzentren belief sich im Jahr 2014 auf knapp 32 Terrawattstunden (= 32.000.000.000 kWh), Prognose steigend.

 

Das Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit hat in einer Kurzstudie für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) den zu erwartenden Mehrverbrauch an Strom durch die Vernetzung von Haushaltsgeräten untersucht. Das so genannte Internet der Dinge wird unseren Stromverbrauch voraussichtlich weiter erhöhen. Für die kontinuierliche Bereitschaft und Vernetzung von Haushalts­großgeräten, wird EU-weit ein jährlicher Mehrverbrauch in Höhe von 70 Terrawattstunden Strom (= 70.000.000.000 kWh) prognostiziert. Verantwortlich hierfür ist der Stand-by-Verbrauch. Das entspricht der Menge an Strom, die 2017 in allen deutschen Atomkraftwerken produziert wurde. Vor dem Hintergrund des Umwelt- und Klimaschutzes sollte demnach auch die Vernetzung der Haushaltsgeräte kritisch betrachtet und kontrovers diskutiert werden.

 

Auf die Nutzung des Internets und all seiner Vorteile zu verzichten ist für die meisten Menschen in der heutigen Zeit keine Alternative. Was kann man also tun?

 

Verschiedene Cloud- und Streaming-Anbieter nutzen Strom aus regenerativen Quellen, informieren Sie sich vor Vertragsabschluss. Auch die Technikanbieter forschen weiter, um die Effizienz der Geräte zu erhöhen. Die Rechnerleistung pro verbrauchter Kilowattstunde hat sich etwa alle anderthalb Jahre verdoppelt. Zeitgleich stieg aber auch die Leistung von Prozessoren und Bildschirmen: Ein höherer Stromverbrauch in den Datenzentren ist die Folge. Ein moderner Computer verbraucht damit genauso viel Strom wie ein Gerät in den 90ern, der Spar-Effekt ist dahin.

Derzeit sieht es auch so aus, als würden sich zukünftig 3-D-Filme mit Virtual-Reality-Animationen durchsetzen. Auch hier wird die benötigte Datenmenge steigen, und zwar um das 40-fache gegenüber eines „normalen“ DVD-Films.

 

Es gilt darüber nachzudenken, wie bspw. die Abwärme der Datenzentren lokal genutzt werden kann. In Stockholm wird diese derzeit schon ins Fernwärmenetz eingespeist. Sich unter Serverräumen befindende Wärmepumpen könnten theoretisch Gewächshäuser, Schwimmbäder oder bis zu 10.000 Appartements heizen. Eine Idee, die es auch vor dem Hintergrund des autonomen Fahrens weiter zu verfolgen gilt. Denn auch dadurch werden riesige Datenmengen entstehen.

 

 

Quelle:

- Mahlke, Stefan (Hrsg.): Atlas der Globalisierung, Le Monde diplomatique7taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Berlin, 2019, Seite 40/41

- Zeit Online Interview mit Tilman Santarius, Professor für Sozial-ökologische Transformation und nachhaltige Digitalisierung am Einstein Centre Digital Futures und der Technischen Universität Berlin, Januar 2018

- Hintemann, Dr. Ralph & Hinterholzer, S.: Smarte Rahmenbedingungen für Energie- und Ressourceneinsparungen bei vernetzten Haushaltsprodukten, Berlin, Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit GmbH, März 2018

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