Umweltbüro Lichtenberg

Johanniskraut - Heilpflanze 2019

Beurteilung durch die Wissenschaft

Derzeitig wissenschaftlich bestätigte Einsatzgebiete des Johanniskrautes sind für innerlichen Gebrauch leichte bis mittelschwere depressive Episoden und mentale Erschöpfung sowie leichte Verdauungsbeschwerden. Äußerlich werden leichte Hautentzündungen, Sonnenbrand und kleine Wunden angegeben.

 

Anwendungsgebiete – Licht für die Seele

Bei depressiven Verstimmungen erweisen sich Johanniskraut-Extrakte gegenüber synthetischen Antidepressiva als ebenbürtig, sind aber bedeutend besser verträglich. „Das Johanniskraut eignet sich ganz hervorragend auch zur Selbstbehandlung von leichten depressiven Verstimmungen“, erklärt Jungnickel, der als Heilpraktiker arbeitet. „Ein längeres, stärkeres Stimmungstief dagegen gehört in die Hände eines erfahrenen Therapeuten, der den Verlauf dieser Krankheit beobachten und besser beurteilen kann.“

Johanniskraut hilft auch bei nervöser Unruhe, Schlafstörungen und mildert hormonelle Beschwerden während der Wechseljahre. Volksmedizinisch wird es zudem bei Reizblase, Harnwegsinfekten und Blasenentzündungen eingesetzt.

Der Ölauszug wirkt heilend bei leichten Verbrennungen, Sonnenbrand, Wunden und Neurodermitis. Nervenentzündungen, Rheuma, Ischias oder Muskelschmerzen sind weitere Anwendungsgebiete. In der Homöopathie wird Hypericum perforatum bei Nervenverletzungen und Wundschmerzen verwendet.

In der Literatur wird eine erhöhte Lichtempfindlichkeit bei der Einnahme von hochdosierten Johanniskraut-Präparaten diskutiert. Studien belegen allerdings, dass dies bei der üblichen Dosierung nicht zu erwarten ist.

 

Tee, Tinktur oder Trockenextrakt?

Die einfachste Anwendung ist der Tee aus frischem oder getrocknetem Johanniskraut. Er ist zur Linderung leichter Unruhezustände, z. B. in den Wechseljahren, geeignet.

Stärker wirksam als Tee sind Johanniskraut-Presssaft und Johanniskraut-Tinktur. Letztere kann selbst hergestellt werden, in der Regel im Verhältnis 1:5. Dazu ein helles Gefäß mit einem Teil der zerkleinerten Blättern und Blüten und fünf Teilen 50%igem Alkohol füllen, auf eine sonnige Fensterbank stellen, täglich mehrmals umschütteln und nach vier Wochen abfiltern. Abhängig vom Anwendungsgebiet können bis dreimal am Tag 20 Tropfen eingenommen werden.

Standardisierte Trockenextrakte in Form von Tabletten oder Kapseln bieten die Apotheken an. Präparate mit einer hohen Wirkstoffkonzentration zur Behandlung von mittelschweren Depressionen sind jedoch verschreibungspflichtig aufgrund möglicher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Ein Ölauszug, wegen seiner Färbung auch „Rotöl“ genannt, ist als Fertigpräparat erhältlich. Selbst hergestellt wird es aus frischen, zerkleinerten Blüten, Knospen, Blättern und Samenkapseln, die im Verhältnis von 1:4 mit einem hochwertigen fetten Öl angesetzt werden.

An einem sonnigen Ort wird die Pflanze unter häufigem Umschütteln etwa 6 Wochen extrahiert.

 

Paracelsus: „Es ist nicht möglich, dass eine bessere Arznei für Wunden in allen Ländern gefunden wird.“

Seit dem Altertum verordneten namhafte Heilkundige wie Hippokrates oder Dioskurides das Johanniskraut. Die alten Germanen verehrten das „Sonnenwendkraut“ als Sinnbild der Sonne. Es war dem Lichtgott Baldur geweiht. Den bekannten Namen „Johanniskraut“ erhielt die Pflanze aufgrund ihrer Blütezeit um den Johannistag, den 24. Juni. Nach dem Aussehen der Blätter, als seien sie durchlöchert, nannte Paracelsus (1493-1541) die Pflanze einfach die „Perforata“. Er bezeichnete sie als „eine Universalmedizin für den ganzen Menschen“. Bei psychischen Erkrankungen rät er, das Kraut am Körper zu tragen und nachts unter das Kissen zu legen. Außerdem ist er überzeugt: „Es ist nicht möglich, dass eine bessere Arznei für Wunden in allen Ländern gefunden wird.“ Die meisten Bräuche und Rituale um das Johanniskraut beziehen sich auf die Fähigkeit der Pflanze, vor bösen Geistern und Unheil zu schützen, wie die Namen „Herrgottskraut“ oder „Gottesgnadenkraut“ erkennen lassen.

Mit dem Beginn der wissenschaftlichen Medizin im 19. Jahrhundert und deren wachsenden Einfluss geriet Johanniskraut, ebenso wie auch andere natürliche Heilmittel, mehr und mehr in Vergessenheit. Erst als sich im 20. Jahrhundert die Wissenschaft intensiv mit der Erforschung seiner Inhaltsstoffe und deren stimmungsaufhellender Wirkung befasste, kam es wieder zu einer breiteren Anerkennung des Johanniskrautes.

 

Erkennungsmerkmale

Die ausdauernde Pflanze ist in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch, hat sich aber inzwischen weiter verbreitet. Sie wird bis 90 cm hoch und blüht von etwa Mitte Juni bis in den Spätsommer hinein in einem sonnigen Gelb. Die gegenständig angeordneten Blätter sind von oval-länglicher Form. Die zarten gelben Blüten am oberen Ende der Stängel bestehen aus fünf Kronblättern, aus denen zahlreiche lange gelbe Staubblätter herausragen.

Der harte verästelte Stängel hat – im Gegensatz zu anderen Johanniskrautarten – nur zwei deutlich fühlbare Längsleisten und ist im Inneren mit Mark gefüllt. Viele kleine Sekretbehälter an Blättern und Blütenblättern geben der Pflanze das Aussehen, als sei sie durchlöchert. Die hellen Öldrüsen enthalten vorwiegend ätherisches Öl, die dunklen an den oberen Blättern und Blütenteilen beinhalten den rot aussehenden Inhaltsstoff Hypericin. Das entzündungshemmende Hyperforin findet sich vor allem in den jungen Samenkapseln.

 

Zum Schluss

„Wenn an sonnigen Sommertagen das Johanniskraut mit der Sonne um die Wette strahlt“, sagt Konrad Jungnickel, „dann ist der Erntezeitpunkt am besten, um die geballte Heilenergie in Form von Rotöl oder Tinktur zu konservieren.“ So hat man eine sinnvolle Ergänzung für die Hausapotheke.

 

Weiteres zum Johanniskraut wird der NHV Theophrastus auf der Internetseite des Vereins www.nhv-theophrastus.de und in einer Broschüre veröffentlichen. Diese wird ab 2019 kostenfrei zur Verfügung stehen und kann im Organisationsbüro des Vereins bestellt werden.

 

 

 

 

 

Quellen (Auswahl):

Aschner, Bernhard: Paracelsus, Sämtliche Werke Band 3, Verlag von G. Fischer, Jena, 1926, S. 633

Brück, Michael: Heilkraft und Aberglaube, Die historische Entwicklung der Therapie mit Johanniskraut, KVC-Verlag – Karl und Veronica Carstens-Stiftung, Essen 2004

Faust, Volker (Prof. Dr. med.): Psychiatrie heute bei http://www.psychosoziale- gesundheit.net/pdf/faust1_Johanniskraut03.pdf

Forschergruppe Klostermedizin GmbH: Johanniskraut - Hypericum perforatum L. (Hypericaceae) aus http://www.klostermedizin.de/index.php/heilpflanzen/pflanzenportraets/34-johanniskraut-hypericum-perforatum-l-hypericaceae (19.4.18)

Madejsky, M., Rippe, O.: Heilmittel der Sonne, ERD VERLAG, München, 1997, 3. Auflage

Schilcher, Heinz (Hrsg.): Leitfaden Phytotherapie, 5. Auflage, Urban & Fischer Verlag im Elsevier GmbH, München 2016

Schilcher, Heinz (Prof. Dr).: Mystik und wissenschaftliche Forschung miteinander vereint bei: http://www.phytodoc.de/heilpflanzen/prof-schilchers-heilkraeuter-serie/steckt-im-johanniskraut-die-volle-energie-der-sonne

Internetseiten:

http://www.klostermedizin.de/index.php/heilpflanzen/arzneipflanze-des-jahres?start=2

http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/johanniskraut.html

https://www.botanik-bochum.de/jahrbuch/Pflanzenportraet_Hypericum_perforatum.pdf;

https://www.johanniskraut.net/studien.html

 

 

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