Umweltbüro Lichtenberg

Der Schachbrettfalter – Einer der es mager braucht

Das einzigartige Muster auf seinen Flügeln verleiht dem Schachbrettfalter seinen Namen. Die schwarze bis dunkelbraune und weiße Färbung auf der Oberseite erinnert an ein Schachbrett. Mit einer Spannweite von 40 bis 50 Millimetern gehört er zu den mittelgroßen Faltern Der Schachbrettfalter bewohnt verschiedene Lebensräume, er bevorzugt trockene und magere Wiesen, ungedüngte Feldraine, Böschungen, Waldlichtungen und Waldwege. Der Schmetterling war einst eine Allerweltsart. Da magere und ungedüngte Standorte mit ihren typischen Pflanzengesellschaften jedoch sehr selten geworden sind, nimmt auch die Population des Schachbrettfalters ab. Ursachen hierfür sind die Intensivierung der Grünland-Bewirtschaftung, durch Gülle- und Mineraldüngung und die Bereinigung von Feld- und Wegrainen. Auf den Roten Listen in Deutschland und Berlin ist der Schachbrettfalter zwar bisher als nicht gefährdet eingestuft, mit der Ausweisung als Schmetterling des Jahres 2019 möchte man aber auf den sich abzeichnenden Bestandsrückgang hinweisen.

 

Schmetterlinge führen ein Leben im Verborgenen. Denn obwohl wir die Falter meist nur wenige Wochen im Jahr beobachten können, sind sie die restliche Zeit trotzdem da. Sie entwickeln sich vom Ei zur nimmersatten Raupe und verpuppen sich, bevor sie erstmalig ihre oft schön gemusterten Flügel ausbreiten.

Das Weibchen des Schachbrettfalters lässt die weißlichen, rundlichen und unten abgeflachten Eier im Flug zu Boden rollen. Die anfänglich rosa gefärbten Raupen des Falters schlüpfen im Sommer und überwintern in der Streu am Erdboden ohne vorher Nahrung aufzunehmen. Im März des Folgejahres beginnen sie an verschiedenen Gräsern zu fressen. Die Besonderheit der Raupen des Schachbretts ist, dass sie Gräser fressen. Lediglich die Raupen von zwei Falterfamilien fressen Gräser statt Kräuter. Gräser sind weniger nahrhaft, weshalb die Entwicklung der Raupe doppelt so lang dauert wie bei anderen Arten. Die Raupen fressen Gräser wie Schwingel, Trespe und Zwenke, entscheidend ist weniger die Gräserart, sondern der Nährstoffgehalt der Pflanzen.

 

 

Die Raupe des Schachbretts verpuppt sich am Boden in der Nähe der Futterpflanze als Gürtelpuppe, d. h. sie findet mit dem Kopf nach oben stehend statt (siehe Abbildung). Die Falter erscheinen dann mit Beginn des Hochsommers Mitte Juni und fliegen bis August. Von den Schachbrettfaltern gibt es lediglich eine Generation jährlich. Besonders um die Mittagszeit sieht man diese Art gemächlich herumflattern.

Die Falter saugen an kniehohen blauvioletten Blütenpflanzen wie Flockenblume oder Skabiose.

 

Durch Düngung und frühe Mahd sind die Lebensräume des Schachbrettfalters heute in vielen Teilen Deutschlands selten geworden, wodurch die Häufigkeit der Falter abnimmt. Eine kleine Ecke im Garten oder eine Schmetterlingsweide ausgesät im Balkonkasten kann hier Abhilfe schaffen.

 

Bildquellen:
Phänogramm Schachbrettfalter: Dominik Jentzsch
Zeichnung Puppe: Sylvie Wesnigk-Michler

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